Crossing Dance Festival

Neue Impulse für den zeitgenössischen Tanz

Von Gerda König

Schon einmal hatte ein Festival der Tanzcompany DIN A 13 neue Impulse für den zeitgenössischen Tanz gesetzt, die die Sehgewohnheiten der ZuschauerInnen durch neue ästhetische Qualitätsmaßstäbe bereicherte. Die große öffentliche Resonanz bei Publikum und Medien nahmen die Verantwortlichen zum Anlass, »den Faden weiter zu spinnen« und ein Folgefestival mit einer inhaltlich veränderten Konzeption und neuem Programm zu entwickeln. So wurde 2008 in bewährter Kooperation mit dem Tanzhaus NW das »Crossing Dance Festival« ausgerichtet, bei dem die künstlerische Zusammenarbeit von Tänzern mit und ohne Behinderung im Mittelpunkt stand.


Mit Bühnenprogramm, Workshops, Fach- und Publikumsgesprächen und Filmen wurde eine umfassende Diskussion um die Inszenierung und Wahrnehmung von »Andersheit« im zeitgenössischen Tanz angeregt. So entstand ein Forum, in dem sich Menschen mit und ohne Behinderung begegneten und in der die Präsentation von Behinderung in der darstellenden Kunst aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt, erforscht und analysiert werden konnte. Die Mannigfaltigkeit des Programms regte zum Austausch an und ließ das unerschöpfte, künstlerische Potenzial der mixed-abled Ästhetik für die Entwicklung neuer gesellschaftlicher Perspektiven erahnen.


Ein mehrfacher Crossover an Tanzstilen der verschiedenen Kulturen, die sowohl Flamenco, multimediale Performance, Tanztheater, Butoh und nicht zuletzt eine site-spezifische Performance umfassten, bildeten einen besonderen Schwerpunkt des »Crossing Dance Festivals«. Eine site-spezifische choreografische Intervention verfolgte zudem das Ziel, diese Kunstform einem dem Theater ferneren Publikum näher zu bringen. Die Inszenierung am Düsseldorf Hauptbahnhof, in der Rheinbahn und dem Messegelände Düsseldorf brachte die Wahrnehmung des mixed-abled Tanzes in den öffentlichen Raum. Die zeitgleiche Ausrichtung des Festivals mit der internationalen Fachmesse für Menschen mit Behinderungen »REHACARE« setzte weiterhin auf Synergien, die die Grenzen der Tanz- und Theaterwelt erweiterten.


Im Rahmen der Inszenierung wurde ein Film entwickelt, der gleichzeitig zur öffentlichen Performance in der Messehalle ausgestrahlt wurde. Darüber hinaus bot ein »Filmprogramm« andere Blickwinkel auf die Thematik. »Tanzworkshops« luden Teilnehmer ein, den eigenen Horizont zu erweitern und neue Bewegungsqualitäten zu entdecken. Und die im Anschluss zum Bühnenprogramm geführten Publikumsgespräche erfreuten sich einer überaus regen Beteiligung der ZuschauerInnen und vertieften durch den Dialog mit den KünstlerInnen das sinnlich Erlebte. Die abschließende Podiumsdiskussion »Blickfang« über die Inszenierung und Wahrnehmung von »Andersheit« eröffnete zudem den Raum für die theoretische Auseinandersetzung mit der Materie.


Auf Grund des großen Erfolges des Festivals und der Wichtigkeit dieser Kunstsparte für den Dialog der Kulturen ist beabsichtigt, das »Crossing Dance Festival« als festen Bestandteil der Tanzlandschaft zu etablieren und somit neue Tätigkeitsfelder für TänzerInnen und ChoreographInnen zu erschließen, die im Feld der Mixed-Ability tätig sind. Die Vermischung unterschiedlicher ästhetischer Fähigkeiten und künstlerischer Fertigkeiten gerade im Tanz bietet par-éxcéllence die Möglichkeit für eine erweiterte Wahrnehmung der Welt.

ProjektträgerIn

DIN A 13 e. V. / DIN A 13 tanzcompany
gegründet: 2000
www.din-a13.de

Ziele: Förderung der darstellenden Kunst im Bereich zeitgenössischer Tanz, insbesondere im Blick auf die Verbindung von zeitgenössischem Tanz und Behinderung; die Förderung der internationalen Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinde-rung im Bereich Kultur.

Angebote: Performance-Aufführungen, Workshopangebote, internationale Tanz-Festivals. Internationale Zusammenarbeit und Projektent-wicklung neuer mixed-abeld Tanzkompanien, Netzwerkarbeit

 

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