Innovationspreis Soziokultur


Der erste Träger des
»Innovationspreises Soziokultur«
ist der Verein Farbfieber e.V.

Der Verein erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für das Internationale Wandmalprojekt »Mural Global«. Am 12. September 2002 fand in der Werkstatt der Kulturen in Berlin die öffentliche Verleihung des »Innovationspreises Soziokultur« statt. Im festlich geschmückten großen Veranstaltungssaal der Werkstatt übergaben die Fonds-Vorsitzende Eva Krings und der Kuratoriumsvorsitzende Kurt Eichler dem Mentor des Projektes »Mural Global«, Klaus Klinger vom Verein Farbfieber e.V. (Düsseldorf), die Preisurkunde und das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Frau Marieluise Beck, MdB, war Schirmherrin der Veranstaltung und hielt auch die Laudatio auf den Preisträger. Sie würdigte dabei insbesondere das beispielhafte Engagement und die Beharrlichkeit der Mitglieder von Farbfieber e.V., die mit hohem persönlichen Einsatz das internationale Wandmalprojekt »Mural Global« zum Erfolg geführt hätten.

Die von 100 Künstlern und Initiativen in 20 Ländern geschaffenen öffentlichen Kunstwerke und ihr Entstehungsprozess seien Ausdruck für ein friedvolles Miteinander und eine produktive Partnerschaft, die Menschen aus allen Kontinenten über wichtige Fragen der lokalen und globalen Zukunft verbinden. Mit dem Projekt »Mural Global« habe Farbfieber e.V. dazu beigetragen, den »Dialog zwischen den Kulturen« öffentlich zu befördern und dabei zugleich deutlich gemacht, das dieser Dialog »auf gleicher Augenhöhe« - geführt werde könne.

Bei diesem Projekt – so Frau Beck in ihrer Würdigung – habe nicht nur die Vielzahl der öffentlichen Kunstwerke beeindruckt, die im Rahmen von» Mural Global« entstanden seien – von Hamburg bis New Delhi, von Oldenburg bis Sao Paulo, von Hannover bis Washington. Als besondere Leistung sei sicher ebenso hervorzuheben, dass die einzelnen Wandmalprojekte in den Städten in ein »soziokulturelles Netz« eingebunden werden konnten. Ganz unterschiedliche Menschen, kulturelle Initiativen und Umwelt- und Agenda-Gruppen hätten mit ihrer Arbeit vor Ort die Wandbilder erst ermöglicht, die einzelnen Malaktionen durch eine Vielzahl von Einzelveranstaltungen zum Dialog-Thema ergänzt und so dazu beigetragen, den »Dialog zwischen den Kulturen« öffentlich zu befördern und lokal zu verankern. „Wünschen wir uns, dass Mural Global weitergeht. Wünschen wir uns noch viele Bilder an vielen Wänden und wünschen wir uns mehr Einmischung in unserer einen Welt“.

 

 


 

 

 

 

 

 


Der im September aus seinem Amt geschiedene Kulturstaatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin hielt auf der Veranstaltung den Festvortrag mit dem Titel »Grenzen und Entgrenzung – Möglichkeiten einer integrativen Kulturpolitik«. Er befasste sich darin ausführlich mit den kulturpolitischen Notwendigkeiten und Chancen der Förderung des interkulturellen Dialogs und warnte zugleich vor einer romantisierenden Vorstellung von Multikulturalität. Zentrale Voraussetzung für die zivile und friedvolle Lösung von Konflikten, die aus gegensätzlichen Interessen und kulturellen Differenzen entstehen könnten, sei die Verständigung über einen normativen Minimalkonsens, der auf einem Ethos der Toleranz und des Respekts beruhe und Kooperationen zwischen den Menschen befördere. Kunst und Kultur könnten einen Beitrag dazu leisten, diesen Verständigungsprozess zu unterstützen und Menschen zu ermutigen, kulturelle Grenzen zu überbrücken.“ Mit einer integrativen Kulturpolitik (..) können Städte und Gemeinden zu einer humanen Gesellschaft beitragen. Ob man da den Begriff Soziokultur verwendet oder nicht, ist im Grunde zweitrangig; es muss uns jedenfalls in allen kulturellen Einrichtungen, die dafür geeignet sind, soziokulturelle Zentren, Stadtteilkulturzentren, Jugendbegegnungsorten und Mirgrationsprojekten um ein integrativesKonzept von Kulturpoltik gehen. Integrativ aber nicht in dem Sinne, wie es lange Zeit verstanden wurde nach dem Motto: Hier gibt es eine Mehrheitskultur und Integration heißt, sich dieser Mehrheitskultur anzunähern, was ja letztlich eine auf Assimilation abhebende Kulturpolitik wäre. Integrativ ist gemeint in dem Sinne, Differenzen zu respektieren, Differenzen auszuhalten, Brücken zu schlagen mit dem Ziel, eine Basis der Verständigung und Kooperation zu legen.“

Ausführlichere Informationen zum ausgezeichneten Projekt »Mural Global« finden Sie unter www.farbfieber.de

Oben:
Die Initiatoren des Projektes "Mural Global": Der Verein Farbfieber e.V. aus Düsseldorf.

Mitte:
Kurt Eichler (Kuratoriumsvorsitzender),
Eva Krings (Vorsitzende Fonds Soziokultur)
Klaus Klinger (Farbfieber e.V.),
Prof. Julian Nida-Rümelin (ehem. Kulturstaatsminister)
Marieluise Beck (MdB / Integrationsbeauftragte der Bundesregierung) v.l.n.r.
Unten:
Sonja Kandels. Sie sorgte mit ihrer Band für einen stimmungsvollen Abschluß der Preisverleihung.

 

 

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