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Fonds Soziokultur vergibt 457 Tausend Euro Projektmittel
»Heroes« sind der Gegenstand einer Theaterinszenierung, die das Ensemble des Theaterlabors aus Bielefeld gemeinsam mit jungen Darstellern, Tänzern und Musikern – Profis und Laien – erarbeiten will. Mit der Unterstützung eines erfahrenen Theaterautors »modernisieren« Jugendliche aus unterschiedlichen Jugendkulturgruppen (HipHop-Crews, Rapper, Rock-Bands) griechische Heldenepen. Sie machen sich auf die Suche nach ihren Helden in der Popkultur, in Filmen, in Computerspielen und im Alltag. Diese »wahren Heldengeschichten« werden sie dann gemeinsam mit den Profis auf der großen Bühne präsentieren.
»Wir haben gut gefeiert« ist der Titel eines Projektes des Vereins »Patent-Papierfabrik Hohenhofen e.V.» aus Hohenhofen im Land Brandenburg, das dazu beitragen soll, eine (ehemalige) Papierfabrik als technisches Denkmal zu erhalten und zu einem lebendigen Kulturort auszubauen. Ein Jahr lang werden Bildende Künstler und Fotografen zusammen mit ehemaligen Fabrikarbeitern eine Ausstellung zur Geschichte der Fabrik, zu den Geschichten rund um Produktion, Maschinenlärm, Betriebskultur und Weihnachtsfeiern vorbereiten. Im Frühsommer 2011 werden die Ergebnisse dieser »Spurensuche« in den Produktionshallen der Fabrik vorgestellt.
Der Roman »Die Jüdin von Toledo« von Lion Feuchtwanger ist die Vorlage für ein Jugendprojekt des Vereins »Stiftung Jugend fragt« aus Ingoldstadt. Zusammen mit professionellen Künstlern werden 100 Jugendliche aus unterschiedlichen Schulformen ein Tanz-/Sprech-/Musiktheaterstück erarbeiten und öffentlich aufführen, das sich mit den Problemen und Chancen des Zusammenlebens in multikulturellen Stadtquartieren beschäftigt.
Die vorgestellten Vorhaben sind drei von insgesamt 53 Projekten, die das Kuratorium des Fonds Soziokultur aus insgesamt 400 Anträgen ausgesucht hat. Die Vergabesitzung für das zweite Halbjahr 2010 fand am 21. und 22. Juni in Bonn statt. 457.000 Euro Fördermittel konnten vergeben werden. Für die praktische Erprobung und Umsetzung ihrer Projektideen stellt der Fonds den Projektträgern jeweils Beträge bis zu 20.000 Euro zur Verfügung.
„Soziokultur kennt keine Grenzen. Sie macht Angebote für alle Altergruppen, ist in der Großstadt wie im Dorf zu Hause und sie bedient sich aller Genres – von Theater, Tanz über Musik und Literatur bis zu Film und Multimedia. Soziokultur blickt zurück, greift geschichtliche Themen und gesellschaftliche Diskussionen auf und sie entwirft Zukunft. Wir freuen uns, dass es in der neuen Förderphase wieder gelungen ist, der Fülle und Qualität soziokultureller Projekte gerecht zu werden und ein interessantes Förderpaket zu schnüren“ – so das Fazit des Geschäftsführers des Fonds Soziokultur, Dr. Norbert Sievers, am Ende der Vergabesitzung in Bonn.
Der Fonds Soziokultur ist ein gemeinnütziger Verein, dem acht Bundesverbände aus der soziokulturellen Arbeit angehören. Seit 1988 fördert er Projekte, in denen Menschen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden. Die Projekte sollen Modellcharakter haben und für andere soziokulturelle Initiativen und Einrichtungen qualitative Maßstäbe setzen. Die Fördermittel werden von der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellt. Im September dieses Jahres gibt es eine neue Chance für Aktive in der Soziokultur: Dann schreibt der Fonds die Mittel für Projekte aus, die im ersten Halbjahr 2011 beginnen oder realisiert werden. Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 1. November 2010. Nähere Infos unter (www.fonds-soziokultur.de).
Bonn, 23. Juni 2010 |
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Europäischen Kongress Shortcut Europe 2010
erfolgreich durchgeführt |
Veranstalter fordern neue Prioritäten im
Kulturbereich ein
Vom 3. bis 5. Jun 2010
fand der Europäische Kongress »Shortcut Europe 2010: Kulturelle Strategien und soziale
Ausgrenzung« des Fonds Soziokultur e.V. in Dortmund statt.
Mitveranstalter waren die Kulturstiftung des Bundes und die
Kulturpolitische Gesellschaft sowie weitere deutsche und europäische
Verbände. Über 300 Teilnehmer, 50 davon aus 14 verschiedenen
europäischen Ländern, nahmen an dem Kongress teil. Thema waren die
Entwicklung der zunehmenden sozialen Spaltung in der Gesellschaft
und die Möglichkeiten der Kulturpolitik und der Kulturarbeit, darauf
zu reagieren. Der Fonds Soziokultur e.V., die
Kulturpolitische Gesellschaft e.V., der Bundesverband der
Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen und die
Bundesvereinigung der Soziokulturellen Zentren e.V. verabschiedeten
anlässlich des Kongresses eine kulturpolitische Erklärung, in der
sie Bund, Länder und Gemeinden aufforderten, auch ihre soziale
Verantwortung in der Kulturpolitik wahrzunehmen und Strategien zu
entwickeln, um die sozialen Barrieren der Kulturnutzung zu
überwinden. Einzelne Beiträge des Kongresseswerden in Kürze auf der
Kongresswebsite
www.shortcuteurope2010.eu nachzulesen sein.
Kulturpolitische Erklärung
anlässlich des Europäischen Kongresses »Shortcut Europe 2010:
Kulturelle Strategien und soziale Ausgrenzung« vom 3. bis 5. Juni
2010 in Dortmund
Bürgerrecht Kultur verwirklichen Die demokratischen Gesellschaften in Europa sind durch Prozesse der
sozialen und kulturellen Spaltung bedroht. Die Forderung nach
gleichen Lebenschancen tritt immer mehr in den Mittelpunkt
politischer Auseinandersetzungen über die Verteilungsgerechtigkeit
öffentlicher Leistungen. Kulturpolitik muss auf diese Entwicklungen
reagieren, denn auch das Bürgerrecht auf kulturelle Teilhabe ist
gefährdet.
Wir stellen fest: Soziale und kulturelle Ausgrenzung gehen Hand in
Hand. Noch immer bestimmen Sozialstatus, Einkommen, Elternhaus, Migrationshintergrund und Bildung der Menschen über ihre
Möglichkeit, am kulturellen Leben teilzunehmen. Nach wie vor ist die
Mehrheit der Bevölkerung vom öffentlich finanzierten Kulturangebot
faktisch ausgeschlossen.
Wir erinnern: Das »Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und
sozialer Ausgrenzung« 2010 hat auch eine kulturpolitische Dimension.
Die Kunst- und Kulturinstitutionen müssen ihre Verantwortung für
eine gerechte Gesellschaft wahrnehmen und kulturelle
Chancengleichheit ermöglichen. Dazu gehören kulturelle
Bildungsangebote für alle Kinder und Jugendlichen in
künstlerisch-pädagogischen Einrichtungen und Projekten. Der
interkulturelle Dialog und soziokulturelle Programme sind ebenso
unverzichtbar.
Wir appellieren: Die öffentliche Kulturpolitik muss auch ihre
soziale Verantwortung wahrnehmen. Städte und Gemeinden, Länder und
Regionen müssen Strategien entwickeln, um die sozialen Barrieren der
Kultureinrichtungen und der Kulturarbeit zu überwinden und mehr
Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Mitwirkung zu bewegen. Die
jahrzehntelangen Erfahrungen der soziokulturellen und
kulturpädagogischen Akteure in ganz Europa können dafür genutzt
werden.
Der Prozess der sozialen und kulturellen Spaltung der Gesellschaft
muss überwunden werden. Die Prioritäten bei der öffentlichen
Finanzierung von Kunst und Kultur sind deshalb auch auf ihre soziale
Balance hin zu überprüfen. Nur dann wird Kulturpolitik die
Zustimmung aller Menschen bekommen und selbst eine gute Zukunft
haben!
Dortmund, 5. Juni 2010
Fonds Soziokultur e.V.
Kulturpolitische Gesellschaft e.V.
Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.
Bundesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen
Einrichtungen e.V. |
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Kulturarbeit im ländlichen Raum fördern! |
»Innovationspreis Soziokultur« an die Ländliche
Akademie Krummhörn vergeben Die Ländliche Akademie Krummhörn ist am 12. Mai 2010 mit dem »Innovationspreis
Soziokultur« des Fonds Soziokultur zum Thema »Spuren suchen – finden
–
hinterlassen« ausgezeichnet worden. Diese soziokulturelle Einrichtung aus dem
äußersten Nordwesten Deutschlands erhielt den Preis für das deutschniederländische
Projekt »Sturmflut 1509: Versunkene Dörfer – Verdronken
Geschiedenis«, ein Vorhaben, das ein zentrales historisches Ereignis auf vielfältige
Weise künstlerisch-kreativ nacherzählt und spielerisch umgesetzt hat. Mehr als
120 Personen aus 19 Dörfern der Region – Künstler und Laien – haben die damaligen
Ereignisse theatralisch und musikalisch gestaltet und mit großem Erfolg öffentlich
präsentiert. Die feierliche Preisvergabe fand unter großer Beteiligung der Künstler und Kulturschaffenden
aus der Region in Krummhörn bei Emden selbst statt. Der Vorsitzende
des Fonds Soziokultur, Kurt Eichler, machte bei dieser Veranstaltung deutlich,
dass der Preis nicht nur als Anerkennung für die thematische Zielgenauigkeit und
Qualität des Projektes vergeben werde; er habe auch eine kulturpolitische Bedeutung.
Es soll der Blick auf ein kulturelles Praxisfeld gelenkt werden, das besser
wahrgenommen und gefördert werden sollte. Den Festvortrag bei der Preisverleihung hielt Prof. Dr. Helene Kleine von der
Fachhochschule Potsdam zum Thema »Spuren suchen – Zeichen setzen«. Sie
hob darin unter anderem hervor, dass die Kulturpolitik und die künstlerischen/
kulturellen Angebote noch zu stark auf die großen Metropolen ausgerichtet
seien. Ein beachtlicher Teil der Menschen in Deutschland lebten aber auf dem
flachen Land, in Dörfern und Kleinstädten. Der mit 10.000 Euro ausgestattete »Innovationspreis Soziokultur« wurde zum
vierten Mal vergeben. Er wird vom Fonds Soziokultur ausgelobt – eine bundesweite
Fördereinrichtung, die seit 1988 Projekte unterstützt, in denen Menschen zur
aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden.
Die Projekte sollen Modellcharakter haben und für andere soziokulturelle Initiativen
und Einrichtungen Maßstäbe setzen. Die Fördermittel des Fonds werden von
der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellt. Bonn, 18.5.2010
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Neue Ausgabe der »Kulturszene« erschienen |
Fonds Soziokultur stellt Kulturprojekte
aus dem Förderjahr 2009 vor Eine künstlerische Inszenierung eines großen Marktplatzes, an der sich 180 DarstellerInnen,
MusikerInnen, Chöre, SängerInnen und Bildende KünstlerInnen beteiligen,
»Das rasende Bauhaus« (Weimar), das Projekt »Germany´s Next Superstar
« (Hürth), bei dem behinderte und nicht behinderte SchauspielerInnen eine
Parodie auf Deutschlands beliebteste Casting-Shows auf die Bühne bringen und
das Projekt »Vor der Mauer – hinter der Mauer« (Berlin), bei dem Jugendliche auf
kreative Weise die „Berliner Mauer“ als fast schon vergessene Geschichte wiederentdecken
– das sind nur drei Projekte aus der neuen »Kulturszene«. Die
jetzt vorliegende neue Ausgabe der Fonds-Zeitschrift enthält
Projektbeispiele aus dem Förderjahr 2009 sowie eine statistische
Auswertung der Antragsentwicklung und Förderpraxis für den Zeitraum
zwischen 2004 und 2009. Dadurch soll nicht nur ein Eindruck von der
Vielfalt und dem Engagement der soziokulturellen Szene vermittelt
werden. Diese Dokumentation trägt auch dem kulturpolitischen
Anspruch des Fonds Soziokultur Rechnung, Förderentscheidungen
transparent und nachvollziehbar zu machen. »Ein
Wettbewerb um die besten Projektideen« – unter diesem Motto fördert
der Fonds Soziokultur modellhafte Kulturprojekte in Deutschland.
Seit seiner Gründung im Jahr 1987 durch bundesweite Verbände aus der
Soziokultur, der freien Kulturarbeit und der kulturellen Bildung
unterstützt er solche Vorhaben und Initiativen, die abseits der
gesicherten Pfade im Kulturbetrieb etwas Neues, Ungewohntes und
Überraschendes entwickeln wollen. Die neue Ausgabe der »Kulturszene« (Nr. 12) kann gegen eine Schutzgebühr in
Höhe von 2,20 Euro (in Briefmarken) über die Geschäftsstelle des Fonds bezogen
werden. Bonn, 20.05.2010 |