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Warum sind solche Utopien relevant? Sie sind deshalb relevant, weil sie akzeptierte Messlatten für die Leistungsfähigkeit unserer heutigen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sind. Und sie sind relevant deshalb, weil sie – ich erinnere an das Zitat von Denninger – die Grundlage für die Legitimation, also für die Anerkennung unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung als gerecht und gerechtfertigt sind. Im Umkehrschluss kann man nämlich sagen, dass in dem Maße, in dem unsere heutige Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung diese Utopien oder Visionen nicht umsetzt, die Grundlagen für die Legitimation dieser Ordnung zerstört werden.
Ein weiterer Punkt ist wichtig. All diese genannten Utopien sind inzwischen in juristisch verbindlicher Form in den Katalog der Menschenrechte aufgenommen worden. Die Kennzeichnung solcher Formulierungen als Menschenrechte bringt bestimmte Verpflichtungen mit sich. Denn die Theorie der Menschenrechte benennt zumindest vier Kriterien, die gelten müssen:
Menschenrechte sind unteilbar. D. h., man muss alle akzeptieren, es gibt nicht die Möglichkeit, dass man sich einzelne Menschenrechte herauspickt und andere nicht umsetzt.
Menschenrechte gelten überall, d. h. es darf keine Ausnahmen geben, dass man an bestimmten Orten Menschenrechte nur in reduzierter Form gelten lassen kann.
Menschenrechte sind zudem gleich wichtig, es gibt keine Hierarchie zwischen den Menschenrechten. Das Menschenrecht auf Bildung und das Menschenrecht auf kulturelle Teilhabe ist genauso wichtig wie das Menschenrecht auf die Integrität des Körpers. Und:
Menschenrechte gelten für alle Menschen. D. h. der Grundgedanke der Menschenrechte ist Inklusion. Und dies ist ein erstes wichtiges Zwischenergebnis: Inklusion ist der Normalitätsstandard der bürgerlichen Gesellschaft. Exklusion ist in der bürgerlichen Gesellschaft von den Versprechungen her nicht vorgesehen.
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Schlagworte: Armut, Ausgrenzung, Bildung, Integration, Kulturelle Bildung, Kulturelle Teilhabe, Teilhabe, Ungleichheit
