Kurz & Knapp

Etwas wird sichtbar im Dokumentarfilm

Freitag, 23. April 2010

Seit 2001 sind mehr als 30 Dokumentarfilme zum Thema Schule und Bildung entstanden. Sie erlauben eine Expedition der Zuschauer in das heutige System Schule, das jeder aus sein eigenen Schulzeit genau zu kennen glaubt. Sie bieten überraschende und aktuelle Einblicke in Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern, in Motivationen und Selbstbilder, in Rahmenbedingungen und Strukturen des Systems und wie die Menschen sich darin bewegen. Auf dem Kölner Filmforum (27. – 29. Mai 2010) zeigt die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW (DFI) eine Auswahl. Dazu wird über die sehr unterschiedlichen Aussagen der Filme zur Bildungspolitik in den deutschen Bundesländern diskutiert: zu Lernbedingungen und -situationen in verschiedenen Schultypen und zu globalen Trends wie Migration, die in der Schule sicht- und erlebbar wird. Das vollständige Programm (ab dem 20. April) und weitere Informationen

Theater und Migration

Mittwoch, 21. April 2010

Am 24. und 25.Juni veranstaltet das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit der Kulturpolitischen Gesellschaft und dem Comedia Theater Köln ein Symposion zum Thema „Theater und Migration. Herausforderung und Auftrag für die Kulturgesellschaft“. Zum Auftakt wird Shermin Langhoff (Berlin) zum Thema „Warum wir kein Migranten-Theater brauchen“ sprechen und Prof. Dr. Susanne Keuchel (Bonn) Erkenntnisse der Kulturforschung zu „Kulturellen Identitäten“ vorstellen. Weitere Referenten: Dr. Mark Terkessidis (Berlin), Prof. Dr. Birgit Mandel (Hildesheim), Jutta Staerk, Lale Konuk, Fatih Cevikollu, Prof. Dr. Gerard Lidstone (London), Dr. Bernd Wagner (Bonn), Roberto Ciulli (Mülheim) u.a. Weitere Informationen

Teilhabe 2010

Montag, 19. April 2010

Über „neue Formen der Teilhabe“ für Kinder und Jugendliche denkt der Pädagoge Allan Guggenbühl nach: „Vor zwanzig, dreissig Jahren waren Kinder und Jugendliche von Spielaktivitäten im Freien, Ausflügen zu Freizeitparks, dem Erforschen einer Höhle oder der Erkundung einer Baustelle fasziniert. Die Welt war klar umrissen, das Schreckliche und Unverständliche verbannt. Die Erwachsenen sahen Kinder und Jugendliche in einem Schonraum, der pädagogisch sinnvoll zu gestalten war. Heikle Themen wurden ausgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen revolutioniert. Die von den Eltern und der Pädagogik gesetzten Grenzen wurden porös oder ganz durchlässig.“  Weiterlesen

Der das Gras wachsen hört

Montag, 19. April 2010

Zu den Lieblingszitaten von Jean Ziegler, dem Schweizer Soziologen und Menschenrechtsaktivisten, gehört der Satz „Um die Menschen zu lieben, muss man sehr stark hassen, was sie unterdrückt“. Seine Interpretation: Jean Paul Sartre spricht hier von „was“ und nicht von „wem“, denn es geht nicht um einzelne Schreibtischtäter, sondern um das System. Auch Kritiker gestehen Ziegler zu, dass er – so ein Zitat von Karl Kraus – „öfter über das Ziel hinaus, aber selten daneben schießt“. Ein Porträt von Ziegler finden Sie hier

Inklusionsfest NRW: Bessere Bildung für alle

Donnerstag, 15. April 2010

Am Mittwoch, den 5.Mai lädt die Elterninitiative „Eine Schule für alle“ zum „Inkluisionsfest NRW“ nach Düsseldorf. Unter dem Motto „Wir feiern die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung – Wir feiern für ein inklusives Bildungssystem – Wir lassen uns nicht mehr überhören!“ Der 5. Mai ist der Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Neben politischen Statements gibt es Rock und Rap für Kinder (Pelemele, Meditias) und jede Menge musikalische Jugendpower aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens. Die Initiative kämpft seit mehr als 25 Jahren für Integration von behinderten Kindern in den „normalen“ Schulunterricht. Sie ist auch Teil eines breiten Bündnisses, das eine Kampagne gegen die soziale Selektion im Bildungssystem gestartet hat. Mehr Informationen

Journalistenpreis für Vielfalt

Donnerstag, 15. April 2010

Am 29. April gibt die Jury des EU Journalistenpreis „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“ 2009 die Namen der europäischen Preisträger bekannt, die sie aus den nationalen Gewinnern auswählt. Für Deutschland im Rennen sind Kathrin Löther (Süddeutsche Zeitung) und Miriam Christina Opresnik (Hamburger Abendblatt). Ein Sonderpreis ist für Beiträge ausgeschrieben, die sich mit dem Verhältnis von Armut und Diskriminierung beschäftigen. Zeitgleich wird der Wettbewerb 2010 ausgelobt. Mehr  Informationen

Ill Fares the Land

Donnerstag, 15. April 2010

In seinem neuen Buch beklagt der britische Historiker Tony Judt die zunehmend gewachsene soziale Ungleichheit – vor allem in Großbritannien. „Etwas ist mit unserer Lebensart völlig schief gelaufen“, schreibt er. „Seit 30 Jahren erklären wir die egoistische Durchsetzung von materialistischem Eigennutz zur Tugend. Jetzt sind wir die Folgen dieser Einstellung für unser Gemeinwesen konfrontiert. Wir wissen, was Dinge kosten, aber nicht, was sie wert sind. Wir fragen nicht mehr bei einem Gerichtsurteil oder bei einem neuen Gesetz: ist es gut? Ist es gerecht? Ist es richtig? Hilft e suns in unserem Bemühen um eine bessere Gesellschaft? Das waren einst die politischen Fragen, auch wenn sie nicht einfach zu beantworten waren und sind. Wir müssen lernen, sie wieder zu stellen.“ Und: „Es gibt viel, worüber man zornig sein kann: die wachsende Ungleichheiten von Wohlstand und Chancen; Ungerechtigkeiten zwischen Klassen und Kasten; ökonomische Ausbeutung zu Hause und anderswo; Korruption und Geld und Privilegien, die die Arterien der Demokratie verstopfen. Aber es wird nicht länger ausreichen, die Mängel des Systems zu identifizieren und sich dann wie Pilatus ohne Rücksicht auf die Konsequenzen zu entziehen.” Das erste Kapitel von „Ill Fares the Land” können Sie online lesen.

Integratives Wachstum für Roma

Donnerstag, 15. April 2010

Die EU hat bekäftigt, dass sie und ihre Mitgliedstaaten tragen eine besondere Verantwortung für die Roma trägt, die in allen Mitgliedstaaten, Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern leben. In der Charta der Grundrechte sind die Werte festgelegt, auf denen die EU aufbaut. Diese Werte müssen in die Praxis umgesetzt werden, um die Lage der Roma – der größten ethnischen Minderheit in der EU – zu verbessern: „Die vollständige Integration der Roma wird beträchtliche wirtschaftliche Vorteile für unsere Gesellschaften mit sich bringen, insbesondere für die Länder mit rückläufiger Bevölkerung, die es sich nicht leisten können, einen großen Teil ihrer potenziellen Arbeitskräfte auszugrenzen.“ Weitere  Informationen

Lovers in the Forest

Donnerstag, 15. April 2010

Gerhard Richter, der aktuell berühmteste Künstler der Welt, hat der Düsseldorfer fifty-fifty Galerie einen historischen Kunstdruck auf leichtem Karton aus den 70ern geschenkt, der nach einem Ölbild aus dem Jahre 1966 entstanden ist. Zuvor hatte Richter fiftyfifty bereits 15 handsignierte „Pixel-Arbeiten“ mit dem Titel „20.280“ zum 15ten Geburtstag gespendet. Weitere Infos

Erste Generation

Donnerstag, 15. April 2010

Über die Stimmung der ersten Einwanderergeneration in den französischen Vorstädten berichtet der Jopurnalist Tahar Ben Jelloun und stellt fest, dass die jetzt alternden Immigranten sich „im Stich gelassen“ fühlen: „Einige arrangieren sich damit und sind glücklich, andere hoffen nur, dass das Schicksal sie verschont. Dann teilt man ihnen mit, dass ihr Sohn bei einer Schlägerei oder einer Straftat ums Leben gekommen ist, und sie sind stumm.”  Weiterlesen