Die Düsseldorfer Straßenzeitung fiftyfifty feiert ihr fünfzehnjähriges Jubiläum. Die ihr angeschlossene fiftyfifty Kunstgalerie feiert mit. Die Macher sehen ihr Engagement nicht nur karitativ. (weiterlesen…)
Künstler
Kunst gegen Obdachlosigkeit
Donnerstag, 4. März 2010Das Glück suchen – für ein besseres Leben streiten
Dienstag, 2. März 2010Dass die Soziokultur schon immer gezwungen war, aus wenig viel zu machen, mag manchem in der Krise als Glücksfall erscheinen. Dass Geld nicht alles ist, wissen viele ihrer Protagonisten und Anhänger. Dass gegen zu knappe Mittel auch der größte Rechenkünstler nicht an kommt, macht allmählich die Runde. Förderung tut deshalb not. TrägerInnen soziokultureller Projekte können sich beim Fonds Soziokultur zweimal jährlich um Fördermittel bewerben. Die Ausschreibung für das zweite Halbjahr 2010 ist offen, also nicht an ein spezielles Thema und auch an keine Kunst- und Kultursparte gebunden. Vorbehaltlich der Bereitstellung der Haushaltsmittel des Fonds durch die Kulturstiftung des Bundes stehen für Projektförderungen im zweiten Halbjahr 2010 zirka 465.000 Euro zur Verfügung. Kulturelle Initiativen, Zentren und Vereine, die im zweiten Halbjahr 2010 ein soziokulturelles Projekt starten möchten, können ab sofort Förderanträge stellen. Einsendeschluss ist der 1.Mai 2010
Kultur für lau
Donnerstag, 25. Februar 2010Als Klaudia Pirc-Pätzoldt vor einigen Jahren in Tokyo studierte, fiel ihr per Zufall ein Buch mit dem Titel “Tokyo for free” in die Hände. Es war ein umfangreicher Veranstaltungskalender, der sich von anderen Angeboten deutlich unterschied. Alle aufgeführten Termine waren umsonst – gut für Studenten und andere Leute mit wenig Geld, aber auch interessant für sonstige Kulturinteressierte, weil sich hier auch Veranstaltungen jenseits des üblichen Kulturbetriebs fanden. Zurück in Oberhausen startete sie vor zwei Jahren mit ähnlichem Konzept ihr „privates Experiment“ unter dem Titel ruhrgebiet für lau „Ruhrgebiet für lau“. Dabei geht es nicht nur um den ksotenlosen Eintritt. Unbekannten, zum Teil der “freien Szene” zuzuordnenden Künstlern, Musikern, Fotografen, Autoren und Veranstaltern soll auch zu mehr Öffentlichkeit für ihre „mit Müh und Not, z.T. selbstfinanzierten und viel Herzblut umgesetzten Events“ verholfen werden. Pirc-Pätzold: „Bei manchen Veranstaltungen geht am Ende der Hut rum, und glauben Sie mir, auch wenn es heißt “Eintritt frei”, die Leute sind großzügig und geben gerne. Dabei essen sie eine Bratwurst, trinken zwei Bierchen und tragen auch so zur finanziellen Unterstützung bei. Oder es werden bei einer kostenlosen Lesung Bücher verkauft, bei einem Konzert im Anschluss CDs, bei einer Vernissage, das ein oder andere Werk. Wichtig ist aber, dass überhaupt Leute kommen!“ Inzwischen hat das ehrenamtliche Projekt Nachahmer in Bremen und Düsseldorf gefunden.
Betrifft Dekadenz
Mittwoch, 17. Februar 2010„Die Schwulenbewegung hat jahrzehntelang gegen die Verknüpfung der Begriffe Homosexualität/Dekadenz gekämpft“, kommentiert Wolfgang Müller, Künstler, Autor und Musiker (“Die Tödliche Doris”): „Wegen sogenannter Dekadenz wurde beispielsweise Oscar Wilde ins Gefängnis geworfen. Jetzt haben ‚wir‘ einen schwulen Außenminister, der Dekadenz anklagt – und diese ausgerechnet bei denen ortet, die der Solidarität der Gesellschaft bedürfen, bei Arbeitslosen und Hartz-4-Beziehern. Einfach nur idiotisch! Wer wie Westerwelle genug Geld hat, das Leben im Privaten zu genießen, kann leicht öffentlich Askese-Ideale hochhalten.“ Deshalb hat Müller die Aktion “Gays against Guido” in Bewegung gesetzt. Ein Gespräch mit ihm lesen Sie hier . Und hier seine homepage
Kunst trotz(t) Armut
Dienstag, 16. Februar 2010„Künstlerinnen und Künstler nehmen häufig Stimmungen und Zusammenhänge wahr, die anderen verborgen bleiben.“, notiert Bischof Dr. Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD im Katalog der Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Armut“. „Mit ihrer Fähigkeit, die gewonnenen Einsichten künstlerisch darzustellen, eröffnen sie uns überraschende Zugänge zu der Welt, die uns umgibt, wie zu uns selbst.“, so Huber: „Künstlerinnen und Künstler lehren uns, neu zu sehen. Fest gefügte und erstarrte Einsichten stürzen wie in einem sich drehenden Kaleidoskop zusammen, um neuen Bildern Raum zu geben.“ Seit 2007 tourt die Ausstellung durch rund 50 Stationen in gut 20 Städten. Der Katalog zur Ausstellung, der im Auftrag der Evangelischen Obdachlosenhilfe e.V. von Andreas Pitz herausgegeben wurde, kann kostenlos heruntergeladen werden. Zu sehen sind Kunstwerke u.a. von Ingrid Bahß, Felix Droese, Elke Heydecke, Jörg Immendorff, Miriam Kilali, Sigmar Polke und Barbara-Maria Vahl.
Würde der Verlierer
Dienstag, 16. Februar 2010„Sozialkritik in dokumentarischen Bildern? Aufklärung, Anklage, politische Veränderung mit den Mitteln der Kamera? Nein, das war in den letzten drei Jahrzehnten nicht wirklich gefragt“, meint der Fotohistoriker Anton Holzer und sieht einen Wandel. Nach der „postmodernen Beliebigkeit“ wird wieder die „Würde der Verlierer“ entdeckt: „Das bedeutet noch lange nicht die Wiederauferstehung der sozialdokumentarischen Fotografie aus der Zwischenkriegszeit. Aber die Öffentlichkeit, die sich nun wieder stärker der sozialdokumentarischen Bilder der 1930er Jahre entsinnt, scheint sich auch für die gegenwärtig sichtbare Kehrseite des entfesselten Kapitalismus zu interessieren. Vielleicht erhalten nun auch die gesellschaftlichen Verlierer der jüngsten Krise ein neues fotografisches Gesicht.“ Mehr
