Kultur grenzenlos

200.000 Euro für deutsch-niederländische Projekte

Der Fonds Soziokultur (Bonn) und der Fonds voor Cultuurparticipatie (Utrecht) fördern seit 2012 unter dem Motto „Jonge Kunst“ die grenz-überschreitende Zusammenarbeit von deutschen und niederländischen Kulturinitiativen und Kultureinrichtungen. Auch in diesem Jahr wurden wieder innovative Projektideen gesucht, die aktuelle gesellschaftliche Themen beiderseits der Grenze aufgreifen und mit künstlerischen Mitteln umsetzen.

Die gemeinsame Vergabejury hat schließlich 10 soziokulturelle Vorhaben ausgesucht, die nach Ansicht der JurorInnen in besonderer Weise geeignet sind, die kosmopolitische Kraft der Kultur zum Ausdruck zu bringen und zur kulturellen Teilhabe anzustiften. Über eine Förderung in Höhe von bis zu 25.000 Euro freuen können sich Kultureinrichtungen aus Großstädten wie Köln und Amsterdam, aber auch solche aus eher ländlichen Regionen wie Kleve und Deventer.

So wird demnächst unter dem programmatischen Titel „Food for Thougt“ ein soziokulturelles Gemeinschaftsprojekt zwischen dem MusikZentrum Hannover und der Popfabryk in Leeuwarden starten, das sechzehn Musiker und vier Köche zusammenbringt, um deutsch-niederländische „Nahrung für Körper und Geist“ zu produzieren.

Die Theatergruppen Das Letzte Kleinod aus Geestenseth und Likeminds aus Amsterdam werden sich unter dem Titel „My Spaces“ den migrantischen Wunschvorstellungen von idealen Lebensräumen widmen. Als Ausgangsmaterial dienen dabei Interviews mit Geflüchteten beiderseits der Grenze, die anschließend gemeinsam zu kleinen Geschichten und Theaterszenen weiterentwickelt werden, die dann auf Festivals in Deutschland und den Niederlanden gezeigt werden.

Die Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik in Aachen kann mit dem Netzwerk Tout Maastricht schließlich das Gemeinschaftsprojekt „Next Generation Europe“ umsetzen. Ziel ist das Zusammenbringen und der Austausch junger Menschen in der Region. Filme und Fotos sollen grenzübergreifende kulturelle Gemeinsamkeiten dokumentieren und mit Unterstützung professioneller Künstler in einer „YouTube-Akademie“ den letzten Schliff erhalten, bevor sie öffentlich präsentiert werden.

In Zeiten nationaler Selbstvergewisserung gewinnt Kultur als internationales Verständigungsmittel besondere Bedeutung. Soziokulturelle Projektarbeit hat dabei den Vorteil, über die künstlerische Betätigung hinaus die universelle Lebenswirklichkeit ihrer Adressaten im Blick zu behalten. Kultur verbindet umso leichter, je eher sich Menschen im Gegenüber wieder erkennen können. In dieser Hinsicht ist das deutsch-niederländische Förderprogramm „Jonge Kunst“ prädestiniert, Gemeinsamkeiten jenseits ethnisch verengter Zuschreibungen aufzuzeigen.

Der Fonds Soziokultur und der Fonds voor Cultuurparticipatie werden ihre Zusammenarbeit auch 2019 fortführen. Zum Stichtag 4. März können Mittel für Kooperationsprojekte beantragt wer-den, die 2019 beginnen oder realisiert werden. Nähere Informationen zum Förderprogramm Jonge Kunst
hier

 

Die geförderten Projekte finden Sie hier

 

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