Ich betreibe eine digitale Plattform mit Schwerpunkt Stadtplanung, auf der Menschen gemeinsam kreative Ideen entwickeln können. Wir arbeiten an 3D-Modellen der Stadt. Stadtmodelle werden normalerweise von oben konstruiert – aus der Perspektive Gottes oder eines Königs – unsere Modelle sind jedoch auf Augenhöhe, sodass Menschen, die normalerweise nicht an Stadtplanung beteiligt werden, sie neu denken und Teil ihrer Stadt sein können.

Im Techlab traf ich zunächst Titta, eine Service-Designerin, die uns bei der Strukturierung unserer Geschäftspläne enorm half. Am Anfang stand ein ausführlicher Fragebogen, der jeden Schritt unserer Organisation und unserer Prozesse erfassen sollte. Es war notwendig, alle Formulare und Tabellen auszufüllen, sich das Vokabular anzueignen und zu verstehen, wer die Stakeholder*innen sind. Für mich war der wichtigste Teil das Design-Brief. 

Wir mussten ein Wertversprechen erstellen, also eine Erklärung, was wir tun, wem wir damit dienen und auf welche Weise. Wir begannen mit einer sehr künstlerischen Perspektive, die sich im Laufe des Prozesses jedoch veränderte. Bei jedem Treffen mit verschiedenen Personen war es ein wiederkehrendes Thema, die Essenz unseres Projekts zu finden. Wir mussten wiederholt und aus verschiedenen Perspektiven beschreiben, was wir tun: aus der Perspektive der Kund*innen und aus der Perspektive der Unternehmen oder Organisationen, die uns möglicherweise finanziell unterstützen würden. Jedes Mal, wenn wir dies wiederholten, wurden wir ermutigt, es zu vereinfachen, einfache Worte zu verwenden und so klar wie möglich zu sein. Letztendlich schrieben wir einen Brief an potenzielle Sponsor*innen mit unserem neuen Vokabular und unserem neuen Verständnis unserer Dienstleistungen.

Mir hat das Techlab-Programm sehr gefallen. Es herrschte eine Atmosphäre des Vertrauens, die Berater*innen waren großartig und passten gut zu unserer Arbeit. Unsere Gespräche reichten von völlig praktischen bis hin zu eher philosophischen Themen. Zu Beginn war die Art, wie ich über meine Arbeit sprach, unglaublich komplex. Heute kann ich sie so herunterbrechen, dass sie für unterschiedliche Zuhörer*innen leicht verständlich ist.