Culture Clash - Die Entführung
vom Musikzentrum Hannover
»Culture Clash« // Musikzentrum Hannover

Tipps für Antragsteller*innen

Vorbemerkungen

Die (ehrenamtlich arbeitenden) Kuratoriumsmitglieder des Fonds Soziokultur müssen sich in relativ kurzer Zeit einen Überblick über die verschiedenen Förderanträge verschaffen. Dabei ist es sehr hilfreich, wenn das Projekt in dem Antrag sehr präzise und nachvollziehbar beschrieben ist. Sie sollten Ihren Antrag deshalb möglichst so formulieren, dass ein Dritter, der Ihre Einrichtung/Initiative und Ihr Projekt nicht kennt, sich rasch einen (guten) Eindruck von Ihrem Projekt verschaffen kann. Schicken Sie Ihren Förderantrag zudem möglichst frühzeitig an die Geschäftsstelle. Dann haben die dortigen Mitarbeiter noch Gelegenheit, Ihren Antrag sorgfältig zu sichten und ggf. mit Ihnen Rücksprache zu halten, falls eine Überarbeitung/Ergänzung Ihres Antrages notwendig ist.

Die Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle stehen Ihnen bei Bedarf für eine Beratung gerne zur Verfügung: Zum Kontakt

 

Keine regelmäßige (institutionelle) Förderungen

Der Fonds Soziokultur fördert ausschließlich in sich abgeschlossene Projekte, also inhaltlich abgegrenzte und zeitlich begrenzte Vorhaben; regelmäßige Förderungen (etwa Übernahme der Kosten des laufenden Arbeitsprogrammes einer Einrichtung, des laufenden Bürobetriebes, Veranstaltungsreihen, laufendes Kursprogramm o.ä.) sind nicht möglich. Auch eine Beantragung von Zuschüssen für investive Ausgaben (Ausrüstungs-/Bauinvestitionen) ist nicht möglich.


Entscheidungsgrundlage

Das Kuratorium des Fonds Soziokultur e.V. entscheidet über die Förderungsanträge auf der Grundlage der Förderungsgrundsätze/Vergaberichtlinien des Fonds. Grundlage der Auswahlentscheidungen ist ausschließlich der Antragsvordruck. Zusätzliche Unterlagen wie Projektbeschreibungen, Konzepte, Videos o.ä. werden durch das Kuratorium nicht gesichtet.


Antragstellung

Die Förderanträge müssen im Online-Portal des Fonds Sozioultur gestellt werden. Für die Förderprogramme gibt es unterschiedliche Antragsvordrucke. Im Online-Portal  stellen wir zu allen Förderprogrammen den jeweilige Vordruck als Online-Formular zur Verfügung. Sie können dort Ihr jeweiliges Projektvorhaben eintragen, Ihre Angaben zwischenspeichern, zu einem späteren Zeitpunkt weiterbearbeiten und nach Fertigstellung direkt über das Portal beim Fonds Soziokultur einreichen. Die Anträge werden ausschließlich digital eingereicht, das System sendet Ihnen automatisch eine Kopie Ihres Antrages an die E-Mail-Adresse, mit der Sie sich registriert haben. Es ist nicht notwendig, weitere Unterlagen nachzureichen.

Sollten Sie einen detaillierten Kosten- und Finanzierungsplan haben, sollten Sie diesen nach Einreichung Ihres Antrages als PDF per E-Mail an antrag_at_fonds-soziokultur.de senden. Bitte ergänzen Sie den Betreff Ihrer E-Mail um Ihre Projekt-Nummer (diese finden Sie auf der Kopie Ihres Antrages), damit wir Ihre Nachlieferung schnell zuordnen können. Vielen Dank!

Die Vordrucke müssen vollständig ausgefüllt werden. Dazu gehören insbesondere Angaben zum/zur Antragsteller*in, eine präzise Projektbeschreibung, die Angabe eines Zeitplanes für das Projekt (einschl. kostenrelevanter Vor- und Nachbereitungszeiten), die Aufstellung eines Kosten- und Finanzierungsplanes und die Angabe einer Fördersumme, die beim Fonds Soziokultur beantragte wird.

 

Vorzeitiger Projektbeginn

Grundsätzlich dürfen die Projekte nicht vor den Entscheidungssitzungen des Kuratoriums begonnen werden. In den jeweiligen Mittelausschreibungen werden die Termine, wann ein Projekt frühestens starten darf, immer veröffentlicht.
Konzeptionelle Vorarbeiten sind förderunschädlich. Darunter fallen: Suche nach Fördermöglichkeiten, Suche nach Kooperationspartner, Gespräche mit möglichen Teilnehmer*innen, Vorankündigung auf den eigenen Webseiten etc.
In Ausnahmefällen können bereits vor diesem jeweils veröffentlichen Datum Projektaktivitäten genehmigt werden. Dies bezieht sich aber ausschließlich auf folgende organisatorische Belange: Abschluss einer Gagenvereinbarung mit Künstler*innen; Anmietung eines Projektraumes, Buchung von Reisen, um Sparpreise zu sichern, Abschluss von Kooperationsvereinbarungen oder ähnliches). In diesen Fällen muss ein/e Projektträger*in beim Fonds einen Antrag auf Zustimmung zum vorzeitigen Projektbeginn stellen, unter Angabe eines Datums für den vorzeitigen Beginn, einer Erläuterung, um welche Aktivitäten es sich handelt und einer Begründung für dessen Notwenigkeit. Die Zustimmung zu einem vorzeitigen Beginn ist ausgeschlossen, wenn bereits wesentliche Teile der Projektaktivitäten (z.B. Proben, Workshops, Druck von Plakaten etc.) vor den Sitzungen des Kuratoriums stattfinden sollen.

 

Förderungsvolumen/-sätze

Dem Fonds Soziokultur stehen für seine Aufgaben in der Regel jährliche Haushaltsmittel in einer Größenordnung bis zu 2 Mio. Euro zur Verfügung. Jedes Förderprogramm hat unterschiedliche Förderhöchstgrenzen. Diese sind in den jeweiligen Seiten der Förderprogramme ersichtlich.

 

Kosten- und Finanzierungsplan

Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Kosten- und Finanzierungsplan die gesamten Kosten Ihres Projektes ausweist und nicht nur Kosten in Höhe der beim Fonds Soziokultur beantragten Förderung.

Der Fonds Soziokultur fördert in der Regel durch die Vergabe von Zuschüssen zu den Projektgesamtkosten.

Im Kostenplan sollen nur die Kosten kalkuliert werden, zu denen es später auch eine belegbare Geldbewegung geben wird, also keine so genannten Eigenleistungen (z.B. ehrenamtliche Arbeit, kostenlose Bereitstellung von Technik oder Räumen etc.). Auch im Finanzierungsplan dürfen auch nur Beträge angegeben werden, die später in Euro zum Ausgleich von Ausgaben zur Verfügung stehen (also auch hier keine Sachspenden).

Förderfähige Ausgaben (Beispiele)

Grundsätzlich sind alle Ausgaben (außer Investitionen) förderfähig, die später im Projektzusammen in Euro entstehen. Das können sein:

Honorarkosten, Ehrenamtspauschalen (wenn diese tatsächlich ausgezahlt werden), anteilig Personalkosten von festangestelltem Personal (es muss dargestellt werden, mit wie vielen Stunden das Personal für das Projekt freigestellt wird oder ob der Arbeitsvertrag für das Projekt aufgestockt wird. Außerdem muss der/die Antragsteller*in erläutern, ob er/sie für dieses Personal eine instituionelle Förderung erhält. Sind die Personalkosten bereits über eine Regelförderung finanziert, sollte diese Regelförderung auch in der Einnahmenliste unter Drittmittel mit dem Hinweis "Regelförderung" auftauchen), KSK

Miete von Räumlichkeiten, Werbung, Drucke Plakate/Flyer etc., Miete von technischem Equipment, Reisekosten, Übernachtungskosten, Bau Bühnenbild, Gema, sonst. Gebühren, Kauf von Kleinstmaterialien (Anschaffungen unter 800 € netto je Einzelanschaffung)

 

nicht förderfähige Ausgaben (Beispiele)

Investive Ausgaben: Der Fonds Soziokultur darf keine investitiven Ausgaben fördern. Dies sind alle Anschaffungen über 800 € netto je Einzelanschaffung. Sollte der Kostenplan allerdings nur aus Anschaffungen von Kleinstmaterialien (unter 800 €) bestehen und keine sonstigen Ausgaben (z.B. Honorare) enthalten, ist der Antrag in seiner Gesamtheit wieder als investiver Antrag zu werten und somit von einer Förderung ausgeschlossen.

Verwaltungskostenpauschale: Es kann keine pauschale Abrechnung von Büro- oder Verwaltungsausgaben anerkannt werden. Später müssen alle Ausgaben mit Einzelbelegen nachgewiesen werden (jeder Portokauf, Kauf von Druckpatronen, Telefongebühr etc.).

Fahrtkostenpauschalen: Reisekosten müssen nach dem Bundesreisekostengesetz erstattet werden. Pauschale Erstattungen sind nicht förderfähig.

Ausgaben, zu denen es später keine Zahlungsbewegung geben wird (ehrenamtlich Leistungen, Honorarverzicht, kostenlose Nutzung von Räumen oder Technik).

Mietausfallgebühren: Hat der/die Antragstellerin eigene Räume, die für das Projekt genutzt werden, kann kein Ausfall einer möglichen Vermietung dieser Räume geltend gemacht werden.

 

Keine Haushaltsjahrbindung

Die Fördermittel des Fonds sind nicht an das Haushaltsjahr (Kalenderjahr) gebunden. Die Projekte können also bei Bedarf über das Ende des jeweiligen Jahres weitergeführt werden. 


Öffentliche Antragsteller

Der Fonds Soziokultur unterstützt vorrangig freie Träger der Kulturarbeit (Vereine, Initiativen).

Keine Doppelförderung

Der Fonds Soziokultur darf keine Projekte unterstützen, die eine Förderung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), von einer von der BKM ständig geförderten Einrichtung (z.B. von Hauptstadtkulturfonds, Stiftung Kunstfonds, Deutscher Literaturfonds, Fonds Darstellende Künste, Stiftung Preußischer Kulturbesitz) oder von der Kulturstiftung des Bundes erhalten.

„Externe Antragsteller"

Sofern soziokulturelle Initiativen/Einrichtungen ein Projekt an einem anderen Ort als ihrem Sitzort durchführen möchten, ist eine Förderung durch den Fonds Soziokultur grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Die entsprechenden Projektkonzepte sollen in diesem Fall aber erkennbar ortsbezogen entwickelt und bei der Projektentwicklung und -durchführung auch Kooperationspartner*innen vor Ort einbezogen werden.

Schulprojekte

Wenn ein freier Träger*in der Kulturarbeit in Kooperation mit einer oder mehreren Schule(n) ein Projekt entwickeln und durchführen möchte, dann ist die Förderung eines solchen Projektes durch den Fonds Soziokultur grundsätzlich möglich. Diese Projekte dürfen jedoch kein Ersatz für Schulunterricht sein, sondern es muss sich um zusätzliche Angebote handeln. Dem Kuratorium ist die Freiwilligkeit zur Teilnahme an einem solchen Projekt sehr wichtig. 

Jubiläen

Die Förderung von Projekten anlässlich eines Jubiläums (z.B. 20 Jahre Kulturhaus XY) ist nur dann möglich, wenn bei einem Projekt nicht das Jubiläum im Vordergrund steht. Das Jubiläum soll vielmehr nur den Anlass dazu bieten, über die bisherige Arbeit der jeweiligen Initiative/Kultureinrichtung zu reflektieren und mithelfen, neue Handlungsfelder und Formate der Kulturarbeit für den Projektträger zu entwickeln.


Kultur-Festivals

Eine finanzielle Unterstützung eines Kultur-Festivals ist grundsätzlich möglich, wenn es sich um ein neues (eigenständiges) Festival handelt oder – im Falle einer Festival-Reihe - um ein Festival, das sich erkennbar konzeptionell von seinen Vorläufern unterscheidet. Wenn ein Förderantrag sich auf das Rahmenprogramm eines Festivals bezieht, dann ist eine Förderung nur dann möglich, wenn es sich dabei um einen elementaren Bestandteil des Festivals handelt.

„Einen verdammt guten Antrag schreiben" - Artikel aus der Publikation 25 Jahre Fonds Soziokultur

Titelseite Kultur besser fördern    

    Ein Beitrag zur Arbeitsweise und Entscheidungsfindung des Kuratoriums
    von Jochen Molck und Kirsten Witt
    (Achtung: Die Publikation und damit auch der Artikel ist aus dem Jahre 2016. Damals galten noch andere prozentuale Fördermöglichkeiten)

    Artikel download hier

Seitenübersicht